Der Dettifoss (isl. „stürzender Wasserfall“) ist der größte Wasserfall im Nordosten Islands und gleichzeitig der leistungsstärkste Wasserfall Europas. In dem Kinofilm Prometheus ist er in einer Szene zu sehen, in der er für eine Landschaft aus der Frühzeit der Erde steht. Der Fluss Jökulsá á Fjöllum entwässert den Nordteil des Gletschers Vatnajökull und bildet im Verlauf einige schöne Wasserfälle. Einen Kilometer nach der etwa zehn Meter hohen Stufe des Selfoss folgt der Dettifoss. Über eine Breite von etwa 100 Metern ergießen sich hier die Wassermassen über 45 Meter in die Tiefe und strömen dann circa zwei Kilometer weiter dem 27 Meter hohen Hafragilsfoss zu. Der Dettifoss kann auf der Westseite über eine Asphaltstraße (Route 862 – Dettifossvegur) sowie auf der Ostseite über eine ältere Schotterstraße (Route 864 – Hólsfjallavegur) erreicht werden. In den Sommermonaten stürzen gewaltige graue Wassermassen in die Tiefe, wohingegen der Fluss im Winter deutlich weniger Wasser führt, dies jedoch in wunderschönen Eisformationen zu bewundern ist. Die Erreichbarkeit des Dettifoss in der kalten Jahreszeit ist oft nur sehr eingeschränkt möglich, meist nur mit sehr geländegängigen Allradfahrzeugen und übergroßer Bereifung oder auf einem langen Tagesmarsch mit Ski und Übernachtung im Zelt.

 

 

 

 

 

Das Polarlicht (als Nordlicht auf der Nordhalbkugel wissenschaftlich Aurora borealis, als Südlicht auf der Südhalbkugel Aurora australis) ist eine Leuchterscheinung, die entsteht, wenn elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwindes auf Sauerstoff- und Stickstoffatome in den oberen Schichten der Erdatmosphäre treffen und diese ionisieren. Klarer Himmel und die Nacht sind die Basisvoraussetzung die Lichter zu sehen. Die Sonne durchläuft einen Aktivitätszyklus (Sonnenfleckenzyklus), der im Durchschnitt elf Jahre dauert. Mit diesem Zyklus schwankt auch die Häufigkeit von Polarlichtern. Im Allgemeinen sind sie am Nordhimmel zu sehen, nur bei besonders starkem Sonnenwind können sie auch in südlicher Richtung auftreten. Polarlichter können verschiedene Farben haben. Grünes Licht entsteht durch Sauerstoffatome, die in gut 100 km Höhe angeregt werden und während ihrer angeregten Zeit auf andere Teilchen treffen. Ohne Zusammenstoß emittieren Sauerstoffatome rotes Licht, was hauptsächlich in der dünneren Atmosphäre in höheren Schichten in etwa 200 km Höhe auftritt. Angeregte Stickstoffatome senden auch violettes bis blaues Licht aus. Zur Anregung von Stickstoffatomen sind jedoch sehr hohe Energien notwendig, deshalb lassen sich diese Farben nur bei starken magnetosphärischen Störungen beobachten. Es treten vier verschiedene Arten von Polarlichtern auf, welche abhängig von den Sonnenwinden sind. Diese sind: Corona, Vorhänge, ruhige Bögen und Bänder. Polarlichter treten hauptsächlich in den Polarregionen auf, wo die Feldlinien die Atmosphäre durchdringen. Die Häufigkeit der Polarlichterscheinungen in den mittleren Breiten (Mitteleuropa) hängt von der Sonnenaktivität ab. Der globale Kp Index ist ein Maß für die natürlichen Störungen. Vereinfacht kann man sagen, je höher der Kp-Wert, desto weiter südlich kann man das Nordlicht sehen. So wurden unter anderem im Herbst 2003 Polarlichter in Griechenland und auch auf den Kanarischen Inseln gesichtet. Im Mittel können während der Phase des solaren Maximums im deutschsprachigen Raum etwa 10 bis 20 dieser Leuchterscheinungen pro Jahr beobachtet werden. Auf aurora-service.eu gibt es eine Vorhersagewahrscheinlichkeit.

 

 

 

 

 

Strandir in den einsamen Westfjorden ist die letzte befahrbare Region im Nordosten der Halbinsel. Die Straße 643 ist in den Wintermonaten meist unbefahrbar. Im Sommer kommt man an Djupavik vorbei, einer alten Heringsfabrik, die als Museum erhalten ist und tolle Fotomotive beherbergt. Weiter führt die Straße bis nach Krossneslaug, dem wohl einsamsten Schwimmbad Islands. Ein Bad hier direkt am Kiesstrand ist unvergesslich, aus dem Wasser schaut man auf die Brandung und beobachtet häufig Robben, die neugierig Abstand halten. Südlich von Nordurfjordur führt die Straße 649 nach Ingolfsfjordur, erneut mit einer alten Fischfabrik und weiter einem Strand mit gezeigtem Wrack. Nicht selten werden in der Region Walkadaver angespült und können Knochen von Robben oder anderen Meeresbewohnern gefunden werden. Ein Strässchen führt noch einige Kilometer bis zum einfachen Campingplatz Ofeigsfjordur mit Wasserfall. Ab hier geht es nur noch zu Fuß in einigen Tagesmärschen weiter in die verlassene Hornstrandirregion. 

 

 

 

 

 

Der Aldeyjarfoss ist ein Wasserfall im isländischen Hochland. Er befindet sich am nördlichen Ende der Sprengisandur-Hochlandroute. Der Wasserfall erweist sich als sehr reizvoll wegen des Kontrastes zwischen den ihn umrahmenden schwarzen Basaltsäulen und dem schäumenden weißen Wasser. Der Fluss Skjalfandafljot stürzt hier etwa 20 m in die Tiefe. Die Erscheinungsform erkalteter basaltischer Lava ist hauptsächlich von zwei Faktoren abhängig. Eruptierte Lava kühlt recht schnell aus zu einem zusammenhängenden Gesteinsgefüge, das je nach Temperatur und Gasgehalt als Pahoehoe-Lava oder als Aa-Lava erstarrt. Findet die Abkühlung jedoch verzögert statt, wie hier der Fall, entstehen durch das Zusammenziehen nicht selten meterlange eckige Basaltsäulen (Säulenbasalt), die sich senkrecht zur Abkühlungsfläche bilden, bevorzugt mit einer hexagonalen Geometrie. Flussabwärts folgt der Godafoss, der bekannter und daher deutlich häufiger besucht ist. Bereits 2017 bereiste ich diesen Ort im Winter am Tage und konnte bis nahe an den Wasserfall mit einem Allradfahrzeug fahren, um den Aldeyarfoss im Sonnenschein zu fotografieren. 2018 musste ich mit Ski und Pulka anmarschieren und übernachtete im Zelt, um diesmal im Mondschein und später mit Polarlicht wundervolle Aufnahmen zu machen.

 

 

 

 

 

Der Papageitaucher, auch Papageientaucher oder Puffin genannt, ist eine Vogelart aus der Familie der Alkenvögel. Die Art brütet in Erdhöhlen auf Klippen im nördlichen Atlantik sowie im westlichen Nordpolarmeer. Aufgrund der gebietsweise stark schrumpfenden Populationen wird der Papageitaucher seit 2015 als gefährdet eingestuft. In Islands Westfjorden an den Klippen Latrabjargs ist er noch zahlreich vorhanden. Die Klippen ragen majestätisch bis 450 Meter steil aus dem Meer und erstrecken sich über etwa 15 Kilometer in der Länge. Nur in den Sommermonaten zur Brutzeit zwischen Mai/Juni und August ist er an Land zu beobachten. Auch sind die Abend- und Nachtstunden am besten geeignet die Vögel nach ihren Jagdausflügen anzutreffen. Neben Millionen anderer Brutvögel hat man hier die Möglichkeit ganz nahe heranzukommen, sollte jedoch nicht stören. Die Tiere sind sehr zutraulich, da ihr natürlicher Hauptfeind, der Polarfuchs, hier nur in sehr geringer Anzahl vorkommt. An diesem Ort habe ich die letzten Jahre viele Tages- und Nachtstunden verbracht und war jedesmal überrascht, wie schnell die Zeit vergeht beim Beobachten dieser Vögel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Berg Kirkjufell (463 m) liegt im Westen von Island. Er befindet sich nahe der Stadt Grundarfjörður am westlichen Ufer des gleichnamigen Fjordes im Norden der Halbinsel Snæfellsnes. Drei aufgegebene Bauernhöfe befanden sich im Nordosten am Fuß des Berges auf der Halbinsel. Der letzte dieser Höfe wurde 1945 verlassen. Hier wohnten keine reichen Leute, das wenige Unterland reichte kaum zur eigenen Versorgung aus. In früheren Jahrhunderten fuhr man von dort auf Fischfang aus. Heute ist es ein beliebtes Ziel bei Fotografen und Naturliebhabern. In dieser Nacht war es sehr kalt aber trocken. Abseits der ausgetretenen Pfade herrschte absolute Ruhe und ich war alleine, fühlte mich in der Zeit zurückversetzt und konnte den Tagesanbruch geniessen.

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

Die Landschaft in ihrer Gesamtheit hat Menschen schon immer in ihren Bann gezogen. In der Entwicklung der Menschheit wurden von ihr Kulturen geprägt, aber Kulturen prägten ebenso die Landschaft. Ein Miteinander war eine lange Zeit die Basis menschlichen Seins. Doch als der Mensch erkannte, dass man die Landschaft auch benutzen kann, legte er Hand an und vieles wurde und wird zerstört. Die Landschaft hat häufig ein neues Gesicht bekommen. Der Mensch hat künstliche Grenzen gesetzt, natürliche Grenzen überschritten, aber er musste auch lernen, unüberwindbare Grenzen zu akzeptieren. 

 

In der polaren Welt, zu der auch die subpolare Zone, deren Grenze fliessend ist, gezählt wird, sind auf der Nordhalbkugel noch etwa 90 % und auf der Südhalbkugel 100 % (die komplette Antarktis) in einem weitgehend naturnahen Zustand. Hier herrscht die Ruhe, Zufriedenheit, das Glück, das Miteinander mit der Landschaft und Natur.

 

Hier kann man Landschaft direkt in der freien Natur erleben, oft unberührt oder in Einklang. Hier, vor allem in Skandinavien, entstehen meine Bilder. So wie ich die Landschaft empfinde, wie sie auf mich wirkt. Meine innere Stimmung, meine innere Landschaft und die äußere Landschaft vereinigen sich im Bild.  Die Landschaft als Spiegel der Seele. Gefühle, die mit Hilfe der Landschaft ausgedrückt werden sollen. 

 

Nicht jeder kann, aus welchen Gründen auch immer, dieses Gefühl, das Abenteuer, das Miteinander in der freien Natur vor Ort erleben. Deswegen möchte ich andere teilhaben lassen und hoffe, dass ich mit ausgewählten Landschaftsbildern vermitteln kann, zeigen kann, wie schön sie ist, die Landschaft, in der ...... polaren Welt.